Design Sprints bei der Postbank
Interview mit Dr. Norbert Jansen

Als Teil des Chief Digital Offices (CDO) treibt Dr. Norbert Jansen die digitale Transformation und den damit verbundenen kulturellen Wandel in der Postbank maßgeblich voran. Im Interview mit Sprintbetter berichtet er, welche Rolle dabei Design Sprints mittlerweile eingenommen haben.

 

Hallo Norbert, bei der Postbank nutzt ihr nun seit ca. 1 Jahr regelmäßig Design Sprints. Was war damals eure Erwartungshaltung an dieses für euch neue Format?

Unser Ziel war es, Mitarbeitern der Postbank das agile Arbeiten näher zu bringen und ihnen zu zeigen, wie man in der „Neuen Welt“ zukünftig zusammenarbeiten kann. Dafür haben wir ein Format gesucht, bei welchem die Mitarbeiter fernab des Tagesgeschäfts, diese neue Methoden kennenlernen und anhand eines konkreten Projektes auch ausprobieren können. Nachdem wir nun zahlreiche Sprints durchgeführt haben, muss ich sagen, dass unsere Erwartungen absolut erfüllt wurden. Wir haben damit genau erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Für unsere Kollegen ist es wichtig, dass sie Begriffe wie „New Work“ oder „Agilität“ nicht immer nur hören, sondern erleben, was das wirklich bedeutet. Das Feedback, welches wir von den Teilnehmern bekommen haben, ist bisher durchgehend positiv.

 

Du selbst hast auch bereits an mehreren Sprints teilgenommen. Was war dabei unterschiedlich und was war immer gleich?

Also grundsätzlich ähnlich war die Länge von 3 bis 5 Tagen und der Ablauf des Prozesses. Das strukturierte Vorgehen, der Bau eines Prototypen und die Validierung durch „echte“ Nutzer war etwas, was bei jedem Sprint vorkam. Man merkt hier deutlich, dass ihr eine erprobte Methodik anwendet. Unterschiedlich war jedes Mal hingegen die Fragestellung, mit der wir gestartet sind und dementsprechend auch das Ergebnis am Ende der Woche. Einige Male hatten wir interaktive Klickdummys erarbeitet, ein anderes Mal war es zum Beispiel eine Pitchpräsentation für das Top-Management.

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Ihr nutzt ja unterschiedliche Maßnahmen und Aktivitäten, um den kulturellen Wandel der Postbank voranzutreiben. Wie integrieren sich dabei Design Sprints in das Gesamtbild dieser Transformation?

Wie du schon sagst, wir bieten viele Formate an. Gerade im Aufbau ist ein Digital Center, wo verschiedene Teams zusammenkommen und digitale Inhalte unter der Anleitung von Agile Coaches erarbeiten können. Auch hier werden Design Sprints definitiv eine wichtige Rolle spielen. Man kann schon sagen, dass das Format eine Art „Leuchtturm“ unserer Abteilung geworden ist, welches aber auch immer mehr in anderen Bereichen der Postbank Beachtung findet.

 

Wie bekannt ist die Methode nach ca. einem Jahr im Einsatz bei der Postbank?

Das Format wird mehr und mehr bekannt. Das Feedback nach den Sprints ist jedes Mal so positiv, dass es sich im Unternehmen rumspricht. Zusätzlich haben wir noch eine Intranet-Seite eingerichtet, wo wir darüber berichten. Anfangs war es noch so, dass wir auf Abteilungen oder Projektleiter zugegangen sind, um zu fragen, ob sie nicht einmal so etwas ausprobieren möchten. Mittlerweile passiert es vermehrt, dass Projektleiter auf uns zu kommen und Sprints zu konkreten Fragestellungen anfragen. In der Zukunft sehen wir uns als eine Art interner Dienstleister, wo Projektteams solche Formate anfragen und wir uns um die Durchführung kümmern.

 

Was macht ihr, um das Wissen in diesem Bereich in der Postbank weiter auszubauen?

Wir bilden uns natürlich stetig weiter, um über das Thema sprechen zu können und einzelne Sprints auch zu begleiten. Kleinere Workshops können wir auch selbst moderieren. Außerdem haben wir eine physische Methodenbox entwickelt, damit die Projektteams auch nach dem Sprint das nötige Werkzeug zur Hand haben, um die Themen weiter zu bearbeiten. Aktuell ist es aber nicht unser Ziel, komplette Sprints selbst zu moderieren.

 

Was empfiehlst du Unternehmen, die sich auch mit digitaler Transformation und kulturellem Wandel beschäftigen, sich aber nicht sicher sind, ob Design Sprints das richtige Format sind?

Da kann ich nur sagen, einfach mal ausprobieren! Wenn man es mal gemacht hat und mit den Ergebnissen nicht zufrieden sein sollte, kann man es immer noch sein lassen. Ein grundsätzliches agiles Prinzip ist ja „fail fast & learn“ und das trifft hier auf jeden Fall zu. Deswegen einfach mal ausprobieren und herausfinden, ob das Format zum eigenen Unternehmen passt.

 

Besten Dank für das informative Gespräch und wir freuen uns schon auf den nächsten Sprint mit euch!